Wer einen Linux LAN Server in seinem lokalen Netz für Druck- und Speicherdienste bereitstellt kann den auch gut dazu benutzen, um den LAN Clients verschiedene Linux Live Distributionen zum Booten anzubieten. Ausserdem natürlich auch InstallationsImages um den Clients die nächste Distributionsversionzum Installieren anzubieten. Wenn mal ein Client Probleme haben sollte läßt sich damit auch schnell ein RescueSystem booten.
Mein PXE Server ist ein OpenSuSE 11.4 und bietet die Installation von openSuSE 11.4 32 und 64 Bit an sowie die LiveCD Installation von Linux Mint LMDE und LXDE. Des weiteren werden biostests, ein rescue system sowie memorytest angeboten. Auf den folgenden Seiten beschreibe ich im Detail, wie man seinen Server konfigurieren muss um aus ihm einen PXE Boot Server zu machen. Damit der eigene Aufbau eines PXE Servers schneller geht stehen alle meine dazu notwendigen Konfigurationsdateien hier zum Download zur Verfügung.
Diese Seite wurde im Mai 2007 initial erstellt und im Mai 2011 mit wesentlich mehr Info erweitert.
 

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  1. Installiertes syslinux Paket
  2. Konfigurierter DHCP Server
  3. Konfigurierter tftp Server incl xinetd Konfiguration
  4. LiveCD kernel- und initrd Dateien
  5. Für Netzwerkinstallationen ist noch
    1. ein konfigurierter nfs Server notwendig
    2. die InstallationsQuellen

 

Also habe ich alle o.g. Pakete installiert. Danach habe ich die jeweiligen ISO images von openSuSE 11.4 32 und 64 bit, Linux Mint LXDE und LMDE runtergeladen und auf dem Server abgelegt. Damit diese ISOs im Dateisystem verfügbar sind musste ich in der /etc/fstab für jedes ISO eine weitere Zeile aufnehmen:

/disks/vol1/IsoImages/openSUSE-11.4-DVD-i586.iso /export/SuSE11.4 iso9660 loop

Diese Zeilen sorgen dafür, dass die ISOs im Filesystem unter /export zur Verfügung stehen. Danach müssen diese per nfs in der /etc/exports exportiert werden:

/export/SuSE11.4 *(ro,no_root_squash,async,no_subtree_check)

Der Inhalt meiner /etc/exports steht hier zu Download bereit.

Ausserdem habe ich MINT LiveCDs runtergeladen und ebenso in die /etc/fstab aufgenommen. Danach müssen die initrd und die kernel Datei vom gemounteten iso ins tftp Verzeichnis kopiert

werden. Diese befinden sich bei Mint im Verzeichnis casper und bei openSuSE im Verzeichnis /boot/i386/boot/loader.

Der Inhalt meiner /etc/fstab steht hier zu Download bereit.

Mein tftpboot Verzeichnis sieht jetzt also wie folgt aus:

idefix:/tftpboot # ls -alRh
total 50M
drwxr-xr-x  7 root root 4.0K May  6 20:14 .
drwxr-xr-x 25 root root 4.0K May  6 18:54 ..
drwxr-xr-x  2 root root 4.0K May  5 20:27 LMDE
drwxr-xr-x  2 root root 4.0K May  5 19:34 LXDE
-r--r--r--  1 root root 2.0M Feb 27 18:08 biostest
-r--r--r--  1 root root  33M Feb 27 18:08 initrd
-r--r--r--  1 root root 3.9M Feb 27 18:08 linux
-r--r--r--  1 root root 162K Feb 27 18:08 memtest
-r--r--r--  1 root root  514 May  6 19:41 message
-rw-r--r--  1 root root  17K Oct 24  2009 pxelinux.0
drwxr-xr-x  2 root root 4.0K May  6 19:37 pxelinux.cfg
-r--r--r--  1 root root  12M Feb 27 18:08 rescue
drwxr-xr-x  2 root root 4.0K May  6 19:38 suse32
drwxr-xr-x  2 root root 4.0K May  5 21:09 suse64


./LMDE:

total 16M
drwxr-xr-x 2 root root 4.0K May  5 20:27 .
drwxr-xr-x 7 root root 4.0K May  6 20:14 ..
-r--r--r-- 1 root root  11M Nov  5 13:01 initrd.lz
-r--r--r-- 1 root root 4.1M Sep 20  2010 vmlinuz

./LXDE:

total 20M
drwxr-xr-x 2 root root 4.0K May  5 19:34 .
drwxr-xr-x 7 root root 4.0K May  6 20:14 ..
-r--r--r-- 1 root root  16M Mar 11 14:02 initrd.lz
-r--r--r-- 1 root root 4.1M Mar 11 14:02 vmlinuz

./pxelinux.cfg:

total 12K
drwxr-xr-x 2 root root 4.0K May  6 19:37 .
drwxr-xr-x 7 root root 4.0K May  6 20:14 ..
-r--r--r-- 1 root root 1.2K May  6 19:37 default

./suse32:

total 37M
drwxr-xr-x 2 root root 4.0K May  6 19:38 .
drwxr-xr-x 7 root root 4.0K May  6 20:14 ..
-r--r--r-- 1 root root  33M Feb 27 18:08 initrd
-r--r--r-- 1 root root 3.9M Feb 27 18:08 linux

./suse64:

total 37M
drwxr-xr-x 2 root root 4.0K May  5 21:09 .
drwxr-xr-x 7 root root 4.0K May  6 20:14 ..
-r--r--r-- 1 root root  33M Feb 27 18:10 initrd
-r--r--r-- 1 root root 4.1M Feb 27 18:10 linux

 

Jetzt muß der tftp Server konfiguriert werden.

cp -a /usr/share/syslinux/pxelinux.0 /tftpboot
cd /disks/vol2/IsoImages/openSuSE/InstDir/boot/i386/loader 
cp -a linux initrd message memtest /tftpboot
 
cp -a isolinux.cfg /tftboot/pxelinux.cfg/default

Dann müssen noch ein paar Zeilen in der /tftpboot/pxlinux.cfg/default Datei eingefügt werden für alle BootImages, die bereitgestellt werden.

Der Inhalt meiner /tftpboot/pxelinux.cfg/default steht hier zu Download bereit.

# hard disk
label harddisk
  localboot 0x80

# install
label suse64
  kernel suse64/linux
  append initrd=suse64/initrd splash=silent showopts insmod=e100 install=nfs://192.168.0.5/export/SuSE11.464 vga=791

label suse32
  kernel suse32/linux
  append initrd=suse32/initrd splash=silent showopts insmod=e100 install=nfs://192.168.0.5/export/SuSE11.4 vga=791

label LXDE
  kernel LXDE/vmlinuz
  append boot=casper initrd=LXDE/initrd.lz ip=dhcp showmounts file=/cdrom/preseed/mint.seed netboot=nfs nfsroot=192.168.0.5:/export/LXDE quiet splash --

label LMDE
  kernel LMDE/vmlinuz
  append boot=casper initrd=LMDE/initrd.lz ip=dhcp showmounts file=/cdrom/preseed/mint.seed netboot=nfs nfsroot=192.168.0.5:/export/LMDE quiet splash --

# rescue
label rescue
  kernel linux
  append initrd=initrd splash=silent rescue=1 showopts

# mediacheck
label mediachk
  kernel linux
  append initrd=initrd splash=silent mediacheck=1 showopts

# bios test
label firmware
  kernel linux
  append initrd=biostest,initrd splash=silent install=exec:/bin/run_biostest showopts

# memory test
label memtest
  kernel memtest

default LMDE
display message

implicit        0
prompt          1
timeout         0


Nun muss noch die MessageDatei /tftpboot/message vom PXE erweitert werden so dass ein Client sieht, welche Bootimages zur Verfügung stehen:

Der Inhalt meiner /tftpboot/messages steht hier zu Download bereit

^L

                       *** Welcome to Idefix ***


To start the installation select a boot option and press <return>.


Available boot options:

  harddisk  - Boot from Hard Disk (this is default)
  suse32    - Install openSuSE 11.4 32 bit
  suse64    - Install openSuSE 11.4 64 bit
  LXDE      - Start Mint LXDE live system
  LMDE      - Start Mint LMDE live system
  rescue    - Rescue System
  mediachk  - Check Installation Media
  firmware  - Firmware Test
  memtest   - Memory Test

Have a lot of fun...

Nun muss noch der installierte DHCP Server konfiguriert werden. Die folgenden Zeilen müssen den lokalen Gegebenheiten noch angepasst werden, d.h. das Subnetz (192.168.0.0/255.255.255.0 in meinem Netz), der DNS Server (192.168.0.1 in meinem Netz) sowie das Gateway (option routers 192.168.0.1 in meinem Netz) sowie die IP Adresse des pxe BootServers (192.168.0.5 in meinem Netz).

Der Inhalt meiner /etc/dhcpd.conf steht hier zu Download bereit.

subnet 192.168.0.0 netmask 255.255.255.0 {
  range 192.168.0.200 192.168.0.210;
  option routers 192.168.0.1;
  option domain-name-servers 192.168.0.1;
  filename "pxelinux.0";                  # syslinux boot image
  next-server 192.168.0.5;                # ip adress of tftp server
}
 

Nun muss noch der tftp Server im xinetd eingeschaltet werden in der /etc/xinet.d/tftp:

service tftp
{
        socket_type             = dgram
        protocol                = udp
        wait                    = yes
        flags                   = IPv6 IPv4
        user                    = root
        server                  = /usr/sbin/in.tftpd
        server_args             = -s /tftpboot
        disable                 = no
}

Danach den xinetd sowie den dhcp auf dem Server starten und dann PXE Client starten und openSuSE installieren oder MINT LiveCDs über das Netz starten.

 
Backgroundinfo: Der Ablauf bei PXE ist wie folgt: 
  • Das PXE-Bootrom initialisiert die Netzwerkarte und sendet eine DHCP-Anfrage.
  • Der DHCP-Server antwortet, indem er eine IP-Adresse und den Namen des zu ladenden NBPs (Network Bootstrap Program) zurück schickt (pxelinux.0)
  • Das PXE-Bootrom lädt das NBP herunter, platziert es im Speicher und beginnt mit dessen Ausführung.
  • Das NBP nutzt tftp, um die Konfigurationsdatei vom Server herunter zu laden (nfs://192.168.0.6/SuSE)
  • Die Konfigurationsdatei enthält den Namen des Kernels, den Namen der Initial-RAMdisk-Datei und Optionen, welche dem Kernel übergeben werdn nachdem dieser geladen ist.
  • Das NBP benutzt nun tftp, um den Linux-Kernel und die Initial-RAMdisk-Datei (initrd) herunter zu laden.
  • Die Kontrolle wird dann an den Linux-Kernel gegeben. Dieser bootet, mountet das initrd-Image und setzt dann das Starten des Thin Clients fort.
 
References
 
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