Die Raspberry Pi läuft mit Raspian, einem Debian für die ARM Architektur. Sie besitzt einen Ethernetadapter und üblicherweise wird zusätzlich ein USB WLAN Adapter eingebaut um kabellos mit der Pi kommunizieren zu können. Was liegt da näher als auch die Pi als Kabel zu WLAN Router einzusetzen. Der folgende Beitrag erkärt wie man einen WLAN Router unter Debian bzw der Raspberry Pi mit Raspbian erstellen und dann von an die PI angeschlossene kabelgebundenen Geräten über WLAN auf ein anderes Netz zugreifen kann. Da keine Brücke benutzt wird, sind die angeschlosssenen Geräte nicht am Heimrouter direkt angemeldet und sichtbar. Wer einen WLAN Access Point erstellen will kann hier nachlesen wie man das macht.

  

Bevor der Kabel zu WLAN Router aufgebaut werden kann muss die WLAN Verbindung sowie die Kabelverbindung konfiguriert sein und funktionieren. Danach muss, um eine WLAN Router aufbauen zu können, das folgende zusätzliche Paket installiert werden:

 
sudo apt-get install dnsmasq
 
Danach noch den autostart von dnsmasq ausschalten mit
 
sudo update-rc.d dnsmasq disable
sudo service dnsmasq stop
 

Dann ist die Datei /etc/network/interfaces anzupassen. Dabei sind vier Dinge in den Konfigs den lokalen Gegebenheiten anzupassen:

1) Das WLAN Netz hat in der folgenden Konfig das Gateway 192.168.0.1 im Netz 192.168.0.0/24

2) Die Raspberry hat die IP Adresse 192.168.0.10

3) In der folgenden Konfig hat das Kabelnetz 192.168.3.0/24 mit der Netzwerkmaske 255.255.255.0.

4) Die IP Adressen die im Kabelnetz sind 192.168.3.10 bis 192.168.3.20, d.h es können sich nur 11 Clients über diese Verbindung anmelden.

5) Falls kein dhcp benutzt werden kann muss eine statische IP Adresse sowie die Netzwerkmaske und das Gateway manuell definiert werden. Dann darf die gewählte IP nicht zwischen 192.168.3.10 und 192.168.0.20 liegen, da sonst an ein anderes per dhcp angeschlossenes Gerät dieselbe IP Addresse vom dhcp vergeben bekommen kann. Ausserdem muss die Netzwerkmaske 255.255.255.0 sein und das Standardgateway muss die IP der Pi 192.168.3.1 sein.

auto lo
iface lo inet loopback

auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.3.1
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1

allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet manual
wpa-roam /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
iface default inet dhcp

post-up /sbin/iptables -A FORWARD -o wlan0 -i eth0 -s 192.168.3.0/24 -m conntrack --ctstate NEW -j ACCEPT
post-up /sbin/iptables -A FORWARD -m conntrack --ctstate ESTABLISHED,RELATED -j ACCEPT
post-up /sbin/iptables -t nat -A POSTROUTING -o wlan0 -j MASQUERADE

post-up /usr/sbin/dnsmasq -i eth0 -I wlan0 -F 192.168.3.10,192.168.3.20,infinite 

Wenn man das am Etherneteingang angeschlossene Geraet öfter wechseln möchte deaktiviert ifplugd das WLAN interface. Deshalb muss der deinstalliert werden mit

apt-get remove ifplugd

Wer aus dem Heimnetz auf Systeme, die per Kabel im 192.168.3.0/255.255.255.0 Netz angeschlossen sind, zugreifen will muss folgendes machen damit sie erreichbar sind.

1) Eine statische Route in den Nerkwerkeinstellungen des Heimrouters definieren sofern das unterstützt wird. Bei Fritzboxen ist das unterstützt. Dann definiert man, dass das Subnetz 192.168.3.0/255.255.255.0 zu erreichen ist über die Raspberry. Dazu muss man entweder in der Fritzbox definieren, dass die Raspi immer dieselbe IP erhalten soll und diese in der statischen Route definieren oder aber eine statische IP für die Raspberry in der /etc/network/interfaces vergeben und kein dhcp zu benutzen.

2) Auf jedem Rechner im lokalen Netz, der auf das Kabelnetz zugreifen will, eine statische Route zur Raspberry definieren (Annahme: Raspberry IP Adresse ist 192.168.0.10) für das Subnet 192.168.3.0/255.255.255.0

post-up route add -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw 192.168.0.10
post-down route del -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw 192.168.0.10

und in beiden Fällen noch folgende Zeile am Ende in die /etc/network/interfaces aufnehmen:

 post-up /sbin/sysctl -w net.ipv4.ip_forward=1

References

Raspbmc als WLAN/Lan Bridge

Raspberry Pi – Wifi repeater im Eigenbau

WLAN-Repeater mit Linux selber bauen

 

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Kommentare   

0 #22 framp 2016-06-23 22:00
Moin Thomas,

vielen Dank für Dein erneutes Vorbeischauen und Schilderung Deiner 'kleinen Änderung' :-)

Die erste Änderung öffnet Zugriff von IPs die nicht nur aus dem 192.168.3.0/24 Netz kommen. Eigentlich sollten die Clients aber nur die IPs haben :o

Bei der zweiten Änderung benutzt Du das Netzwerkinterfa ce anstelle der IP. Das sollte eigentlich egal sein. Es kommt aber auf Deine spezielle lokale Konfiguration an.

Noch mal vielen Dank für Deinen Update der sicherlich weiteren Besuchern der Webseite helfen wird.

PS: Bzgl der eMail brauchst Du keine Bedenken zu haben. Die bekommt niemand zu sehen und erleichtert nur die Kommunikation über Kommentare bei dieser Webseite:lol:

Cu framp
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0 #21 Thomas 2016-06-23 21:36
Hallo,
ich habe die Zeile:

post-up /sbin/iptables -A FORWARD -o wlan0 -i eth0 -s 192.168.3.0/24 -m conntrack --ctstate NEW -j ACCEPT

in

post-up /sbin/iptables -A FORWARD -o wlan0 -i eth0 -m conntrack --ctstate NEW -j ACCEPT

und

post-up route add -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw 192.168.0.10
post-down route del -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw 192.168.0.10

in post-up route add -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw wlan0
post-down route del -net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.0 gw wlan0

Der Rest ist geblieben wie es ist.

Ich hab keine Ahnung was das bewirkt, aber es funktioniert :o

Hab jetzt auch die MAiladresse hinzugefügt.

Grüße
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0 #20 framp 2016-06-23 20:52
Moin Thomas,

freut mich dass es bei Dir jetzt funktioniert und dass Du auch ein kurzes Feedback gegeben hast.

Mich würde die 'kleine Änderung' noch interessieren. Vielleicht ist es ja eine Sache die auch andere Besucher dieser Webseite wissen sollten. :-)

Cu framp

EDIT: Ich sehe gerade dass Du keine eMailAdresse angegeben hast beim Post und deshalb keine Benachrichtigun g über meinen Beitrag bekommst :-(
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0 #19 Thomas 2016-06-23 20:47
Hallo,
richtig gute Anleitung. Ich suchte eine Möglichkeit über ein Campingplatz Wlan auf ein eigenes Wlan im Wohnwagen zu verteilen. Da viele Netzwerke nur ein Client zulassen und man ja heutzutage mehr als ein Endgerät hat. Da ummelden ist auch immer schwer, also musste eine Lösung her.
Da ich die Lösung mit zwei Wlan Sticks als nicht so 100% Zuverlässig empfand (habe ich die letzten zwei Jahre mit mäßigem Erfolg gehabt), habe ich einen kleinen Wlan Router mit WAN Schnittstelle und einem Pi nach der Anleitung konfiguriert und es funktioniert.
Kleine Anpassungen mussten zwar noch sein, aber es läuft.
Danke für die Bemühungen Programmierlaie n zu dem zu führen was sie wollen.

Hardware: Pi 2, TP-Link TL-WN722N Wlan Stick, TP-Link TL-MR3200 AP
Software: Raspian

Grüße
Thomas
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0 #18 framp 2015-03-15 19:21
Moin Michael,

war mir eigentlich klar dass es nach der Änderung funktionieren wird nachdem Du auch gleich die richtigen Informationen geliefert hast :-) .

Ich habe Deine Frage als Anlass genommen, die Beschreibung noch ein wenig anzupassen für Leute, die kein dhcp benutzen können oder wollen. Knackpunkt ist, dass Du keine IP aus dem vom dhcp Server benutzen IP Bereich nehmen solltest, damit keine doppelten IPs im Netz auftreten wenn noch weitere Geräte angeschlossen werden, die ihre IP per dhcp beziehen.

Cu framp

PS: Deinen Doppelpost habe ich mir erlaubt zu löschen.
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0 #17 Michael 2015-03-15 18:37
Hallo Framp!

Danke für die schnelle Hilfe!
Klappt jetzt alles bestens! :lol:

Grüße
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0 #16 framp 2015-03-15 16:34
Moin Michael,

wenn Du von der Pi in beide Richtungen pingen kannst ist es nicht mehr weit bis es funktioniert :-)

Zwei Dinge sind mir aufgefallen:
1) Du trägst eine IP im Receiver ein? Eigentlich sollte der eine IP per dhcp erhalten von der Pi. Dann würden auch die Netzwerkkonfigu rationswerte stimmen, denn die werden dem Receiver dann per dhcp mitgeteilt. Kannst Du nicht dhcp beim Receiver einstellen?

2) Falls der Receiver kein dhcp kann (was ich ehrlich gesagt nicht denke) dann musst Du die Konfig manuell vornehmen. Es stimmt aber die Netzwerkmaske nicht - sie muss 255.255.255.0 sein - sowie das Gateway auch nicht - es muss 192.168.3.1 sein (die IP der Pi) .

Viel Erfolg !

Cu framp
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0 #15 Michael 2015-03-15 15:05
Hallo Framp!

Der RPI verbindet sich mit dem WLAN, bezieht die Adresse 192.168.178.33. Nachdem ich nochmal drüber geschaut habe, funktioniert auch die eth0 Schnittstelle (hatte mich vertippt... :oops: ). Jetzt kann ich vom RPI auch den Receiver anpingen der die Addresse 192.168.3.11 hat. Ping vom Pi geht also in beide Richtungen.
Aber der Receiver beschwert sich noch das beim Auflösen der DNS-Domain ein Fehler auftritt und baut daher noch keine Internetverbind ung auf.
Habe im Receiver eingegeben:
IP Addresse 192.168.3.11
Subnetzmaske 255.255.0.0
Gateway 192.168.178.33 (also der RPI im WLAN)
und als DNS Server meinen Router 192.168.178.1 und Google mit der 8.8.8.8 angegeben...
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0 #14 framp 2015-03-14 14:45
Moin Michael,

was funktioniert denn nicht? Genauere Beschreibung bitte :-*

1) Verbindet sich die Pi mit dem WLAN und bekommt eine IP Adresse? Was sagt 'ip a s'?
2) Kannst Du von der Pi eine IP in Deinem .178er Netz pingen? Was sagt 'ping 178IP' ?
3) Bekommt Dein SAT eine IP aus dem .3er Netz?
4) Kannst Du von der Pi Deinen Sat-Receiver pingen? Was sagt 'ping SATIP'?

cu framp
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0 #13 Michael 2015-03-14 13:49
Hallo!
Ich bin ziemlicher Anfänger mit Linux und Netzwerken, deshalb war ich ziemlich froh als ich das hier gefunden hab. Ich habe einen Sat-Receiver den ich über die RJ45 Schnittstelle des RPI mit meinem WLAN verbinden will.
Mein WLAN hat die IP Addresse 192.168.178.0 und ich hab jetzt dem eth0 Netzwerk die 192.168.3.0 gegeben damit ich nicht so viel abändern muss. Aber irgendwie bekomm ich keine Verbindung von dem RPI zu dem Receiver... kann mir da jemand helfen?
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