Überblick

raspiBackup erstellt Backups vor Raspberry Pis. Das Script kann den erstellten Backup auch wieder restoren. Dabei werden auf der Ziel SD Karte neue Partitionen angelegt und dann mit dem entsprechenden Tool (dd, tar oder rsync) die Daten wieder restored. Das dd Backup kann man auch unter Windows restoren. Alle anderen Backuptypen benötigen eine Raspberry mit einem laufenden Raspbian oder ein anderes System, welches Linux als Betriebssystem hat. Ein manueller Restore der Daten mit den zuvor benutzten Backuptools dd, tar oder rsync ist natürlich auch möglich. Sollte ein externes Rootfilesystem gesichert worden sein wird es auch wieder auf ein externes Gerät zurückgespielt.

 

Funktionsübersicht

  • Einfacher Restore der Sicherung für Windows, Mac oder Linux Benutzer mit der Raspberry selbst
  • Meldungen in Deutsch und Englisch
  • Externes Rootfilesystem kann gesichert und restored werden wenn der normale Backupmodus und ein tar oder rsync backup benutzt wurde
  • Einsetzbar auch zum Klonen von einer Raspberry Pi
  • Einfacher Update des Scripts durch die aktuellste Version (-U Parameter)
  • Raspberry Pi kann sich selbst wiederherstellen

 

Inhaltsverzeichnis

Aufrufsyntax und -optionen

Wiederherstellungsszenario für Windows- und Macbenutzer

Wiederherstellungsszenario für Linuxbenutzer

Beispielaufrufe

 

Aufrufsyntax und -optionen

raspiBackup muss als Benutzer root oder per sudo aufgerufen werden.

raspiBackup.sh Option1 Option2 Option3 ... [Backupverzeichnis bzw Backupdatei] 

Je nachdem ob das Quellsystem nur die SD Karte benutzt oder sein Rootfilesystem extern ausgelagert hat sind zwei verschiedene Aufrufe des Restores zu unterscheiden, die durch den Parameter -R gesteuert werden.

Parameter Funktion Standard
-d

Ausgabedevice (die SD Karte). Beispiel: /dev/sda

Achtung: Dieses Device wird vollständig gelöscht und neu angelegt. Ab der Version 0.6.1.3 wird automatisch bei tar und rsync Backup die Größe der root Partition entsprechend verkleinert oder vergrößert wenn die SD Karte eine andere Größe hat als die SD Karte des Backups.

Keiner
-R

Partition auf welchem das root Verzeichnis restored werden soll. Beispiel: /dev/sdb1

Achtung: Die Partition wird neu formatiert. Deshalb aufpassen, dass es die richtige Partition ist!

Durch diese Option kann man Backups von Systemen restoren, die eine externe Partition als Rootpartition benutzen wie USB Sticks oder Festplatten. Dieses ist nur möglich wenn ein tar oder rsync Backup vorliegt.

Hinweis: Diese Option steht nur zur Verfuegung wenn der normale Backupmodus benuzt wurde. Im partitionsorientierten Modus (Option -P) kann keine externe Rootpartition mitgesichert werden.

Keiner
-0 Es wird kein neues Paritionslayout auf der SD Karte erstellt sondern das existierende benutzt. Details dazu siehe FAQ #6 Keiner


 

Wiederherstellungsszenario für Windows- und Macbenutzer

Sofern eine DD Backup erstellt wurde kann das mit dem Windows32DiskImager restored werden. Alternativ kann jedes Backup mit der Pi wiederhergestellt werden. Soll ein TAR oder RSYNC Backup wiederhergestellt werden muss dieser alternative Weg beschritten werden. Die folgenden Schritte sind notwendig:

1) Ein raspbian auf der Raspberry starten

2) Die SD Karte auf die wiederhergestellt werden soll muss in einem SD Kartenlesen angeschlossen werden

3) Das Medium, welches das Backup enthält (z.B. eine Platte) muss angeschlossen und gemounted werden bzw ein Netzwerklaufwerk mit den Backupdaten muss gemounted werden

4) Falls die Rootpartition ausgelagert wurde muss eine weitere Platte angeschlossen werden, die die Rootpartition enthält, welche wiederhergestellt werden soll

Dabei wird üblicherweise die SD Karte /dev/sda, die Backuppartition /dev/sdbx und eine eventuelle Rootpartition /dev/sdcx. Wird ein Netzlaufwerk benutzt ist die Rootpartition dann üblicherweise /dev/sdbx

Die aktuelle Gerätebelegung kann anders sein und sollte immer mit

sudo parted -l 

überprüft werden um zu vermeiden dass andere Partitionen irrtümlicherweise überschrieben werden.

 

Wiederherstellungsszenario für Linuxbenutzer

Dieses sieht genauso aus wie das für Windows- und Macbenutzer. Im Unterschied braucht aber die Raspberry Pi nicht benutzt sondern wird die SD Karte mit dem SD Kartenleser an das Linuxsystem angeschlossen, die Backuppartition gemounted und eine Partition für ein eventuelles externes Rootfilesystem bereitgestellt.

 

Beispielaufrufe

Notwendige Hardware für den Restore:

1) Eine laufende Raspberry Pi mit einem laufenden raspbian oder einem anderen Linux Betriebssystem oder ein anderer Linux Rechner mit installiertem raspiBackup.

2) Einen angeschlossener SD Kartenleser und eingelegte neuer SD Karte

3) Ein angeschlossenes Backupdevice (per USB oder Netz)

4) Falls eine externe Rootpartition wiederherzustellen ist muss noch per USB eine weitere Platte oder SD Karte angeschlossen sein.

 

Restore auf eine SD Karte

  1. Das gesicherte System heisst im Beispielaufruf raspberrypi
  2. SD Karte die den Restore der Boot- und Rootpartition erhalten soll ist im Beispiel als sdf verfügbar. Achtung: Alle bestehenden Daten der SD Karte werden nach einer Sicherheitsabfrage von raspiBackup vor dem Restore gelöscht.
  3. Das zu restorende Backup ist unter /remote/raspifix/disks/backup/rsync/raspberrypi/raspberrypi-rsync-backup-20141230-213032/ verfügbar
  4. Hier ist beschrieben wie man den aktuellen Wert für -d herausfinden kann
sudo raspiBackup.sh -d /dev/sdf /remote/raspifix/disks/backup/rsync/raspberrypi/raspberrypi-rsync-backup-20141230-213032/

Sollte das zu restorende Backup ein tar oder dd Backup sein sieht der Aufruf wie folgt aus

sudo raspiBackup.sh -d /dev/sdf /remote/raspifix/disks/backup/tar/raspberrypi/raspberrypi-tar-backup-20141230-213032.tar

oder

sudo raspiBackup.sh -d /dev/sdf /remote/raspifix/disks/backup/dd/raspberrypi/raspberrypi-dd-backup-20141230-213032.img

 

Restore auf eine SD Karte und eine externe Partition

  1. Das gesicherte System heisst raspberrypi
  2. Es wurde auf /dev/sda eine entsprechend grosse Partition /dev/sda1 angelegt um den Restore aufzunehmen. Eine Formatierung ist nicht notwendig.
  3. Die SD Karte die den Restore der Bootpartition erhalten soll ist im Beispiel als sdf verfügbar. Achtung: Alle bestehenden Daten der SD Karte werden nach einer Sicherheitsabfrage von raspiBackup vor dem Restore gelöscht.
  4. Die externe Rootpartition auf der das Rootfilesystem restored werden soll liegt im Beispiel auf sda1. Achtung: Alle Daten der Partition /dev/sda1 werden nach einer Sicherheitsabfrage von raspiBackup vor dem Restore gelöscht.
  5. Das zu restorende Backup ist unter /remote/raspifix/disks/backup/rsync/raspberrypi/raspberrypi/-rsync-backup-20141230-213032/ verfügbar
  6. Hier ist beschrieben wie man den aktuellen Wert für -d und -R herausfinden kann
sudo raspiBackup.sh -d /dev/sdf -R /dev/sda1 /remote/raspifix/disks/backup/rsync/raspberrypi/raspberrypi-rsync-backup-20141230-213032/ 

 

Wie kann man die Gerätenamen der externen SD Karte und externen Platte herausfinden?

Auf demr raspberry muss man folgenden Befehl eingeben:

fdisk -l | egrep "^Disk /|^/dev"

Die Ausgabe sieht dann z.B. wie folgt aus:

pi@raspberrypi:~# sudo fdisk -l | egrep "^Disk /|^/dev"
Disk /dev/mmcblk0: 8011 MB, 8011120640 bytes
/dev/mmcblk0p1            8192      122879       57344    c  W95 FAT32 (LBA)
/dev/mmcblk0p2          122880    15646719     7761920   83  Linux
Disk /dev/sda: 15.5 GB, 15548284928 bytes
Disk /dev/sdb: 300.1 GB, 300069052416 bytes
/dev/sdb1               1   586072367   293036183+  ee  GPT

Nun sieht man dass die interne SD Karte /dev/mmcblk0 8GB gross ist, die neue externe SD Karte /dev/sda 16Gb gross ist und die externe Platte /dev/sdb auf die die Rootpartition gebracht werden soll ist 300GB gross und hat eine Partition /dev/sdb1.

Somit sind ist der Parameter für  -d /dev/sda (Externe SD Karte). Falls eine externe Rootpartition mitgesichert wurde ist noch -R /dev/sdb1 (Externe Rootpartition) notwendig. Die Parameter müssen natürlich den lokalen Gegebenheiten angepasst werden.

 

Hinweis

EIn Backup sollte regelmäßig getestet werden ob der Restore immer noch funktioniert und auch immer noch alle Daten beinhaltet. Nichts ist so frustrierend wenn man in dem Moment, wo man das Backup benötigt, feststellt, dass das Backup korrupt ist oder nicht alle Daten enthält. Ein Test ist bei der Raspberry recht einfach. Eine neue SD- Karte einlegen, das Backup restoren und von der neuen SD-Karte booten.

Falls aus irgendwelchen Gründen der Restore mit dem Script fehlschlägt kann man natürlich jederzeit die vom Script gesicherten Daten mit den Standard Linuxtools, die zum Backup genutzt wurden - dd, tar oder rsync - wieder restoren. Allerdings geht das dann nicht so bequem wie mit dem Script.
 

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