Die Dokumentation von raspiBackup ist durch Erweiterungswünsche von Benutzern mittlerweile sehr umfangreich geworden. Auf dieser Seite wird deshalb kurz und knapp Schritt für Schritt erklärt wie man in 5 Minuten raspiBackup installiert und konfiguriert und dann ein Backup der Raspberry erstellen kann. Der Restore ist dann hier für die unterschiedlichen Benutzer mit ihren jeweiligen primären Platformen (Linux, Mac oder Windows) beschrieben. Nachdem man dann sowohl den Backup als auch den Restore getestet hat und geprüft hat welche Services vor dem Backup gestoppt werden müssen lässt man dann raspiBackup automatisch im gewünschten Intervall per crontab laufen. Danach kann man in einer stillen Stunde sämtliche Möglichkeiten von raspiBackup hier nachlesen und die Konfiguration den speziellen Bedürfnissen anpassen. In jedem Falle sollte jeder sich die FAQs durchlesen.

 

Installation und Konfiguration

raspiBackup.sh kann mit einem Installationsscript recht einfach und schnell installiert werden denn die wichtigsten Konfigurationsoptionsparameter werden bei der Installation abfragt und dann in der Konfigurationsdatei abgelegt. Alle weiteren Optionen sind dann hier detailliert beschrieben, die man sich später in Ruhe ansehen kann. Diverse alternative Installationswege sind auf dieser Seite beschrieben.

Falls schon eine Installation von raspiBackup existiert wird das aktuelle raspiBackup.sh sowie die aktuelle Konfiguration raspiBackup.conf im selben Verzeichnis gesichert. Dabei wird die Versionsnummer des gesicherten Scripts in den Namen eingebaut. Beispiel: Aktuelle Version ist 0.6.1.3b. Dann ist der Backup raspiBackup.0.6.1.3b.sh bzw raspiBackup.0.6.1.3b.conf.

Die Installation von raspiBackup wird wie folgt gestartet:

curl -s -L -O https://www.linux-tips-and-tricks.de/raspiBackupInstall.sh && sudo bash raspiBackupInstall.sh 

Folgende Konfigurationsparameter werden abgefragt (Sie können beim Aufruf mit Optionen temporär überschrieben werden oder später in der Konfigurationsdatei /usr/local/etc/raspibackup.conf permanent geändert werden).

1) Soll die Betaversion installiert werden ?

Dieses wird abgefragt wenn zum aktuellen Zeitpunkt eine Betaversion existiert. Jeder kann dadurch helfen die aktuelle Betaversion zu testen.

2) Sprache der Meldungen ?

Alle Meldungen der Installation und von später raspiBackup werden in Deutsch (de) oder Englisch (en) ausgegeben.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -G.

3) Normaler oder partitionsorientierter Modus ?

Im normalen Modus werden nur zwei Partitionen unterstützt. Dabei wird aber auch eine externe Rootpartition, die z.B. auf eine externe USB Platte verlagert wurde, mit gesichert. NOOBS Installationen haben mehr als zwei Partitionen und müssen den partitionsorientierten Modus benutzen. Eine externe Rootparition wird dabei nicht mit gesichert.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -P.

4) Backuptyp ?

Hier wird definiert welches Backuptool von Linux benutzt wird. Es kann dd, tar oder rsync im normalen Backupmodus sein. Im partitionsorientierten Modus gibt es den nur den tar und rsync Backup. Wer sein Backup auf einem Windowssystem wiederherstellen können möchte will muss dd nehmen, denn das ist das einzige Format welches der windisk32imager benutzen kann. Allerdings kann man auch seine Raspberry benutzen um ein Backup zurückzuspielen und die kann auch mit den besseren Backuptypen tar und rsync umgehen.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -t.

5) Backup komprimieren ?

Der Backup kann für den Typ dd oder tar noch komprimiert werden und belegt dadurch weniger Platz.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -z.

6) Anzahl der Backups ?

Dieser Konfigurationsparameter legt fest wie viele Backup vorgehalten werden. Es wird bei jedem Backup immer der älteste gelöscht wenn diese Zahl überschritten wird.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -k.

7) Ausführliche Meldungen ?

raspiBackup kann ausführlich melden was gerade getan wird oder nur die wichtigsten Meldungen schreiben.

Die entsprechende raspiBackup Option ist -m.

8) Konfiguration OK ?

Das ist die letzte Frage des Installationsscripts. Man kann noch einmal alle Konfigurationsparameter überprüfen und wenn nein geantwortet wird noch einmal neu eingeben. Ansonsten wird mit ja raspiBackup installiert und vorkonfiguriert.

curl -s -L -O https://www.linux-tips-and-tricks.de/raspiBackupInstall.sh && sudo bash raspiBackupInstall.sh 

Der Standardmontpunkt von raspiBackup wo die Backups abgelegt werden wird angelegt mit

sudo mkdir /backup

Anschließend muss ein externes Gerät (USB Platte, USB Stick, nfs Laufwerk, ...) auf diesen Mountpoint gemounted werden. Im folgenden Beispiel wird eine externe USB Platte bzw ein externer USB Stick gemountet.

sudo mount /dev/sda1 /backup

Beim ersten Backup sollte man noch prüfen ob man auf das richtige Backupgerät bzw die richtige Backuppartition sichert. Hilfreich sind dabei folgende Befehle:

sudo blkid -o list
mount | grep backup

oder wenn man die Backuppartition lokal angeschlossen wurde und man ihr ein Label verpasst hat

sudo blkid -o list | grep <label>

 

Erstellen des Backups

Danach ist alles fertig konfiguriert um ein Backup zu erstellt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass, wenn man später raspiBackup regelmäßig einsetzt, bestimmte Dienste gestoppt werden sollten, da sonst ein inkonsistentes Backup entstehen könnte. Siehe dazu FAQ18. Braucht man keine Dienste zu stoppen oder will man den Backup einmal schnell testen kann man wie folgt den Backup mit raspiBackup erstellen. Das kann je nach Größe der SD Karte und der externen Rootpartition beim normalen Backup etwas länger dauern.

sudo raspiBackup.sh -a : -o : -m detailed

 

Einrichtung des automatischen Backups

Achtung:

Zum schnellen Testen des Backups können durchaus die Parameter -a : -o : benutzt werden. Danach muss aber identifiziert werden welche Services vor dem Backup stoppen werden müssen (siehe dazu FAQ18) damit kein inkonsistentes Backup erstellt wird. Anschließend sollte ein Restoretest durchgeführt werden (siehe dazu hier) um sich mit dem Restoreprozess vertraut zu macht sowie sicherzustellen dass der Restore funktioniert.

Ein regelmäßiges Backup wird wie folgt konfiguriert. (Annahme: regelmäßiger Backup am Sonntag  22:00 Uhr, es wird der Samba Server und Apache Server vor dem Backup gestoppt und nach dem Backup gestartet wird). Eingabe von

sudo crontab -e

und Einfügen der folgende Zeile

00 22  * * 0 /usr/local/bin/raspiBackup.sh -a "service samba start; service apache2 start" -o "service apache2 stop;service samba stop"

Hinweis: Die Parameter für -a und -o können auch in der Konfigurationsdatei mit den Optionen DEFAULT_STARTSERVICES und DEFAULT_STOPSERVICES definiert werden.

 

Weitere Schritte

Nachdem das erste Backup erfolgreich erstellt und wiederhergestellt wurde sollte man sich in einer ruhigen Stunde über alle weiteren Optionen von raspiBackup hier informieren und je nach Bedarf einsetzen. Eine hilfreiche Option ist z.B. -e <eMailAdresse>. Dadurch schickt raspiBackup nach jedem Backuplauf seine Meldungen per eMail an die angegebene Adresse. Weiterhin kann man bestimmte Verzeichnisse vom Backup ausschliessen sowie dd Backups verkleinern und damit beschleunigen und diverses mehr.

Jede Option kann man in der Konfigurationsdatei /usr/local/etc/raspiBackup.conf definieren so dass beim Aufruf keine weitere Optionen angegeben werden müssen. Es existieren auch Optionen, die sich nur über die Konfigurationsdatei einstellen lassen. Details dazu finden sich auf der Benutzerhandbuchseite.

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